Die Anmeldezahlen zum Ferienprogramm der Feuerwehr Ramstein-Miesenbach waren im Vorfeld – sagen wir es diplomatisch – ausbaufähig. Kurz vor der Veranstaltung flatterte dann auch noch eine Abmeldung herein. Und als der große Tag gekommen war, betraten nicht die angemeldeten, sondern genau EIN Kind die Feuerwache. Exklusiver geht es kaum.

Doch wer jetzt denkt, das Betreuerteam hätte enttäuscht die Schläuche eingerollt, kennt die Feuerwehr schlecht. Kurzerhand wurde aus dem Ferienprogramm eine VIP-Führung mit Blaulicht-Potenzial. Zuerst ging es mit der Drehleiter in luftige Höhe – ein Programmpunkt, der bei voller Besetzung vermutlich eher unter „logistische Meisterleistung“ gelaufen wäre. Danach wurde die Feuerwache erkundet: Atemschutzwerkstatt, Wäscherei, Pflegehalle – alles wurde kindgerecht erklärt. Und unser junger Ehrengast hatte natürlich auch einige spannende Fragen im Gepäck.

Ein weiteres Highlight war ein Einsatz, der – ganz nach Feuerwehrart ungeplant – und somit natürlich nicht im Programmheft stand. Gut, dass vorher schon besprochen worden war, was unser Gast in so einem Fall zu tun hatte. Aus der Einsatzzentrale heraus konnte er dann aus der ersten Reihe beobachten, was bei einem Einsatz alles gleichzeitig passiert. Die Feuerwehrleute rüsteten sich in Windeseile mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung aus und verließen mit Blaulicht und Martinshorn die Feuerwache. Parallel dazu gingen in der Einsatzzentrale die ersten Rückmeldungen von der Einsatzstelle ein. Kurz gesagt: Feuerwehr live und in Farbe – ganz ohne Eintrittskarte.

Nach Einsatzende ging es mit dem Rundgang weiter, denn für unseren einzigen – und damit automatisch wichtigsten – Besucher wartete noch ein weiterer Höhepunkt. Die neue Atemschutzübungsstrecke durfte unter Aufsicht durchlaufen werden. Dass das Ganze Spaß machte, war spätestens nach dem zweiten Durchgang im Gesicht unseres Gastes eindeutig abzulesen. Manche Dinge muss man eben gründlich testen.
Abgeschlossen wurde das Ferienprogramm mit einem Eis – verdient hatte es sich nicht nur unser Besucher, sondern auch die vielen Helferinnen und Helfer an diesem Nachmittag.

Zum krönenden Abschluss wurde unser Gast sogar mit einem Feuerwehrfahrzeug nach Hause gefahren. Sein Wunsch, dass möglichst viele Freunde aus der Nachbarschaft diesen standesgemäßen Heimtransport sehen würden, erfüllte sich leider nicht. Trotzdem bescheinigte er der Feuerwehr einen gelungenen Nachmittag. Und mal ehrlich: Wenn ein Ferienprogramm mit Drehleiter, Einsatz, Atemschutzstrecke, Eis und Heimfahrt im Feuerwehrfahrzeug nicht gelungen ist – was dann?

Auch dieses Ferienprogramm hat gezeigt: Auf die Feuerwehr ist selbst dann Verlass, wenn die Teilnehmerzahl eher an ein Einzelcoaching erinnert. Und wer weiß – vielleicht macht unser Gast ja sein Versprechen wahr und schaut an einem der kommenden Montage ab 18:00 Uhr beim Übungsabend der Jugendfeuerwehr vorbei. Dann hätte sich der Aufwand nicht nur gelohnt, sondern vielleicht sogar den nächsten Feuerwehrmann von morgen hervorgebracht.